Ach, wie nichtig,

ach, wie flüchtig






Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig

ist des Menschen Leben!

Wie ein Nebel schnell entstehet

und auch wieder bald vergehet,

so das Leben auch verwehet.



Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig

ist des Menschen Freude!

Wie ein Blümlein bald vergehet,

wenn ein rauhes Lüftlein wehet,

so sind eure Freuden, sehet!



Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig

ist des Menschen Stärke!

Der als Löwe sich erwiesen,

gestern noch gekämpft mit Riesen,

heut' muß ihn ein Grab umschließen.



Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig

ist des Menschen Ehre!

Über den, dem man hat müssen,

heut' die Hände höflich küssen,

tritt man morgen mit den Füßen.



Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig

sind des Menschen Schätze!

Es kann Glut und Flut entstehen,

wodurch, eh' wir uns versehen,

alles muß in Trümmer gehen.



Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig

alles hier auf Erden!

Was wir haben, was wir sehen,

das muß fallen und vergehen -

Gottes Reich bleibt ewig stehen.




Quelle: K 162



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