Glauben und vertrauen!



Schon bald nach meiner Bekehrung merkte ich, dass der Glaube und die Nachfolge Jesu mit Kampf und Glaubensprüfungen verbunden sind. Und gerade in Krisenzeiten habe ich immer wieder erfahren, dass die Zusagen meines Herrn in der Bibel verlässlich sind und durchtragen. Psalm 23 ist mir dabei eine große Hilfe.



„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.“ Das ist wunderbar! Wir haben einen guten Hirten, der über unserem Leben wacht. Er sorgt für uns. Er weiß, was wir brauchen und schenkt es uns zur rechten Zeit. Jesus Christus ist sein Name. „Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR. Ich will [...] Verwundete verbinden und das Schwache stärken“ (Hesekiel 34,15+16). Weil Christus uns vollkommen lieb hat, deshalb ist ihm unser Wohlergehen ein so wichtiges Anliegen.



Wenn man die ersten Verse des 23. Psalms liest, könnte man meinen, das Christsein wäre ein ständiges Wandeln auf herrlichen Höhenwegen, ein ständiges Genießen fernab von irgendwelchen Lasten und Sorgen. Aber das ist nur die eine Seite. Plötzlich wechselt das Bild: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal ...“ Kennen wir das nicht auch? Es lief alles so gut im Leben. Viel Freude und Segen. Doch dann führte der Weg plötzlich in ein dunkles Tal. Enorme Schwierigkeiten, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Der Weg in der Nachfolge des Herrn Jesus wurde immer schwerer. In solchen Situationen merken wir, wie weit es her ist mit unserer kleinen Kraft und Weisheit. Wir suchen verzweifelt, die dunklen Lasten abzuschütteln. Doch wir schaffen es nicht. Wie schnell sind dann Gedanken des Zweifels und der Entmutigung da. „Herr, warum das alles? Bist du noch da? Hast du mich noch lieb?“



„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Wenn es auf deinem Lebensweg einmal wirklich dunkel wird, darfst du als gläubiger Christ wissen: Der Herr Jesus hat mich nicht verlassen. Er ist ganz nah bei mir. Er bleibt treu. Er ist da, auch wenn ich von ihm nichts fühle. Er ist da, weil er es mir in seinem heiligen Wort versprochen hat. Und der Herr kann nicht lügen. Er sagt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20). Er hat nicht gesagt: Siehe, ich bin bei euch alle Tage, an denen es euch gut geht. Nein, er ist auch an den chaotischen Tagen bei uns, wenn alles drunter und drüber geht und wir sogar nicht mehr richtig beten können. Dann ruft er dir zu: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ Das ist die Stimme des guten Hirten. Er bleibt seiner Herde treu.



„Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.“ Er sorgt dafür, dass wir alles haben, was wir brauchen. In diesem Vers steht aber auch, dass er uns seinen Tisch im Angesicht der Feinde bereitet. Die Feinde sind also auch da. Sie wollen uns Angst machen. Sie wollen uns den reich gedeckten Tisch vermiesen, uns ablenken von unserem guten Hirten. 0 ja, der Feind hätte es am liebsten, wenn wir nur auf ihn starren würden. Aber ausgerüstet mit den guten Verheißungen des Herrn Jesus dürfen wir uns auch im Angesicht der Feinde und aller widrigen Umstände an seinen guten Gaben erfreuen und getrost unseren Weg gehen. Der Herr hat die Feinde im Griff, ebenso alle Lasten und Sorgen, die wir ihm getrost überlassen dürfen. „Danke, Herr Jesus, dass du immer stärker bist als der Feind. Niemals sind die Umstände größer als deine Macht und Herrlichkeit.“ Und darum darf der Psalmist am Ende des 23. Psalms die Gewissheit haben: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“



Vor einigen Jahren lebte ich mit meiner Familie in einem Haus auf einem kleinen Berg. Wir konnten von dort aus ins Tal hinunterblicken, durch das eine schmale Straße führte. Links und rechts zogen sich steile Hügel mit dichtem Wald nach oben. Eines Tages sah ich von meiner Warte aus, wie ein Hirte mit seiner Herde auf dieser Straße entlangzog. Und plötzlich geschah etwas zunächst Unverständliches. Er verließ den schönen ebenen Weg und führte seine Herde mitten in den dunklen Wald hinein, wo es doch so steil nach oben ging. Ich wunderte mich darüber. Warum führt der Hirte seine Schafe auf diesen steinigen unbequemen Weg? Hat er die Übersicht verloren? Doch von meiner hohen Warte aus konnte ich deutlich erkennen, was der Hirte vorhatte. Oben auf dem Berg, hinter dem dunklen Wald, erstreckte sich eine grüne, saftige Wiese. Aha! Dorthin wollte er seine Schafe führen. Aber um auf diese Wiese zu kommen, musste er erst mit seiner Herde durch den dunklen, steinigen Wald. Erkennst du dich vielleicht in diesem Bild wieder? Wenn du dem Herrn Jesus gehörst und von ihm gerade eine schwierige Wegstrecke geführt wirst, dann sei gewiss: Der gute Hirte Jesus Christus hat die allerbesten Absichten mit dir und deinem Leben. Einmal wirst du im Rückblick erkennen, warum du durch diese Glaubenskrise hindurchgehen musstest. Vertraue deinem guten Hirten und folge ihm weiter nach. Zu seiner Zeit wird das dunkle Tal ein Ende haben und es wird wieder hell werden. Mein Gebet ist, dass sich unser gemeinsamer Glaube in solchen Situationen bewährt.

Quelle: Wachsen W0510

Autor: Peter Bronclik

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