Der Neue


















„Hast du schon gehört, morgen soll der Neue in unsere Klasse kommen?“ sagte Antje zu Olli. „Ich habe gehört, daß sein Vater schon mal wegen Diebstahl im Gefängnis war.“ „Mal sehen,“ meinte Olli, „vielleicht ist er gar nicht so übel!“ Am nächsten Morgen in der Klasse flüsterte Antje dem Olli zu: „Wie sieht der denn aus?“ „Wie ein Verbrecher!“ murmelte Olli. Während der Pause musterten alle ihren neuen Klassenkameraden. Am Ende der letzten Stunde kam plötzlich der Schuldirektor mit einem ernsten Gesicht ins Klassenzimmer. Er sagte: „In dieser Klasse muß ein Dieb sein. Heute, während der großen Pause, wurde im Lehrerzimmer mein Geldbeutel gestohlen. Es waren über 200 Mark drin!“ Antje und Olli sahen sich erstaunt an. Jeder dachte das gleiche. „Ich gebe dem Dieb eine Chance“, fuhr der Direktor fort, „wenn er mir den Geldbeutel innerhalb der nächsten Stunde zurückgibt, wird es keine Folgen haben.“ Es herrschte beklemmendes Schweigen. „Das war bestimmt dieser Neue!“ flüsterte eine Stimme von hinten. Es war Maxi, einer der Besten in der Klasse, den viele bewunderten. Antje drehte sich um und flüsterte zurück: „Das kann schon sein, mal sehen, was weiter passiert ...“



Am nächsten Morgen, als alle von der großen Pause wieder in die Klasse kamen, rief plötzlich eine Mitschülerin: „Mein Taschenrechner ist weg! Vor der Pause lag er noch hier auf dem Schreibtisch!“ Und wieder flüsterte Maxi vielsagend in die Runde: „Ich sag's euch, das ist ganz bestimmt dieser Neue!“ Seit den Diebstählen wollte niemand mehr etwas mit Alex zu tun haben. Er saß ganz allein in der letzten Reihe.



Am nächsten Tag waren Olli und Antje schon sehr früh in der Schule. Die beiden hatten einen Plan ausgeheckt. „Seht mal, was ich zum Geburtstag bekommen habe!“ sagte Antje stolz und zeigte den Mitschülern ihr funkelnagelneues Schweizer Taschenmesser. Dann legte sie es so auf ihren Tisch, daß es jeder gut sehen konnte. Während der großen Pause waren alle Schüler auf dem Pausenhof. „Ich bin gespannt, ob es klappt!“ flüsterte Antje dem Olli zu. Nach der Pause rannten die Jungen und Mädchen wieder in ihre Klasse. Antje sah sofort, daß ihr Taschenmesser verschwunden war! „Es hat geklappt!“ flüsterte ihr Olli zu. Als der Klassenlehrer kam, meldete sich Antje schnell und sagte: „Mein Taschenmesser ist während der großen Pause gestohlen worden!“ „Schon wieder ein Diebstahl?“ meinte der Lehrer. Antje fuhr fort: „Ich habe das Messer extra auf dem Schreibtisch liegenlassen, damit es geklaut wird!“ Erstaunt sahen alle Antje an. „Wir wollten herausfinden, wer der Dieb in unserer Klasse ist. Deshalb habe ich mein Messer auf dem Tisch liegenlassen. Vorher habe ich es auf der Unterseite mit Tinte eingeschmiert. Der Dieb muß jetzt Tintenfinger haben!“ Erstaunt sah der Lehrer Antje an und meinte: „Das war ja eine Super-Idee. Also, Leute, alle Hände auf den Tisch!“ Langsam musterte der Lehrer die Hände. Erstaunlicherweise ging er an Alex, dem Neuen, vorbei. Er hatte saubere Hände. Olli und Antje sahen sich an. Auf einmal blieb der Lehrer vor Maxi stehen und sagte: „Na, junger Mann, willst du mir nicht deine Hände zeigen?“ Maxi sah ihn stumm an. Da ging ein Raunen durch die Klasse. „Das darf doch nicht wahr sein!“ rief Antje leise. Maxi öffnete langsam seine Hände und seine Finger waren voller Tinte. „Da haben wir also den Dieb!“ sagte der Lehrer. „Du kommst am besten gleich mal mit zum Direktor!“ Für einen Moment herrschte Stille. Dann standen Antje und Olli auf und gingen zu Alex. „Du, Alex“, meinte Antje verlegen, „ich möchte mich bei dir entschuldigen.“ „Wofür denn?“ fragte Alex freundlich. „Wir haben dich die ganze Zeit für den Dieb gehalten!“ „Tut uns echt leid!“ sagte Olli und reichte Alex die Hand, um Freundschaft mit ihm zu schließen.



Am Abend treffen sich Antje und Olli wieder in der Jungscharstunde. Sie sind über das Erlebnis am Vormittag noch immer ganz aufgeregt. „Das hätte ich nie von Maxi gedacht“, sagte Antje kopfschüttelnd. „Ich auch nicht“, murmelte Olli, „dabei sah Alex doch wirklich wie ein Dieb aus.“ Das Thema der heutigen Jungscharstunde paßte ganz genau. Es war ein Bibeltext aus dem Alten Testament, aus 1. Samuel,16. Dort sagt Gott: „Denn ich urteile nach anderen Maßstäben als die Menschen. Für die Menschen ist es wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können. Ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“ Olli und Antje schauten sich an. Ja, sie hatten verstanden. Gott sieht nicht darauf, wie jemand aussieht, ob er reich oder arm ist, sondern Er sieht das Herz an. Wie haben sie sich von Maxi täuschen lassen, nur weil er ein „cooler Typ“ war und immer die supermodernsten Sachen anhatte. Doch in seinem Herzen war er gemein. Alex dagegen sah so ärmlich aus, außerdem war sein Vater ein Dieb. Doch er war okay. „Du, den Alex laden wir zur nächsten Jungscharstunde ein.“ „Prima Idee“, antwortete Olli, „aber wir sollten den Maxi nicht vergessen. Er braucht auch Gottes Hilfe.“ Die beiden zwinkerten sich zu. Ja, die Jungscharstunde war heute wieder spitze!



Antje und Olli sind Christen. Sie glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes. Sie beten zu Ihm und erfahren immer wieder Seine Hilfe: Zuhause, in der Schule, überall. Es macht ihnen Freude, nach Gottes Geboten zu leben.



Möchtest Du mehr über Jesus Christus wissen? Lies in der Bibel und lerne Ihn kennen. Du wirst staunen.



Quelle: SONNENSTRAHL 586

Autorin: Dorothea Brüggendick

© Missionswerk Werner Heukelbach, 51700 Bergneustadt



„Der Überfall“ von Manfred Paul.

Ein trauriges Erlebnis stellt drei Freunde vor die Frage: Wie soll man sich verhalten, wenn andere in Not geraten? Die Antwort findest Du im Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Jeder, der uns schreibt, erhält dieses Heft kostenlos!



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