Ein Fass ohne Boden



Der Affe Toto hatte sich ein üppiges Essen zubereitet. Gerade als er das leckere Mahl verzehren wollte, tauchte ein gieriger Geier auf. Er kreiste bedrohlich über ihm und seinem Essenstopf. „Ach“, dachte Toto, „ich werde ihm ein bisschen davon abgeben, dann ist er zufrieden und wird verschwinden.“ Gesagt, getan. Kurz darauf kam der Geier mit einem gefräßigen Kollegen zurück. Nun gab Toto beiden etwas mit dem Gedanken, endlich Ruhe zu haben. Doch er hatte sich geirrt: Bald stürzte sich ein ganzer Schwarm auf das restliche Essen und griff schließlich Toto selbst an.



Diese Fabel macht deutlich, was uns das Wort des weisen Predigers sagen will: Unersättlich sind Auge und Ohr unseres egoistischen Wesens. Dennoch glauben wir, wenn wir dies oder jenes noch erwerben könnten, wären wir endlich zufrieden. Ob wir auf diese Weise das gefräßige Monster unseres Lebenshungers wohl irgendwann einmal völlig satt kriegen? Doch die Reichen beweisen uns, dass sie durch die ungehemmte Befriedigung ihrer Wünsche in ständig neue Abhängigkeiten geraten und nicht wirklich glücklich werden. „Ein Wunsch, der grade erst erfüllt, kriegt augenblicklich Junge“, sagt Wilhelm Busch.



Gut, dass uns Gott Hilfe anbietet, aus diesem Teufelskreis herauszukommen. Er will das Vakuum unseres Herzens auffüllen. Sein Sohn Jesus Christus sagt: Ich bin gekommen, damit ihr das wahre Leben im Überfluss bekommt. - Jeder, der sich ihm anvertraut, erfährt eine neue Qualität von Freude und Frieden. Er füllt unsere innere Leere völlig aus. Er gibt uns überreichlich, damit wir auch denen davon geben können, die sich nach dem wahren Sinn ihres Lebens sehnen.


Das Auge wird nicht satt zu sehen und das Ohr nicht voll vom Hören.

(Prediger 1,8)


Quelle: 2007 - Leben ist mehr

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